Taipei – 23.8.2014 – Auf der Insel Kinmen ist heute eine Veranstaltung in Gedenken an ein Artilleriegefecht zwischen Taiwan und China abgehalten worden. Auf der Veranstaltung hielt der Landrat des Landkreises Kinmen, Lee Wo-shih, eine Gedenkrede für die in dem Gefecht vor 56 Jahren gefallenen Soldaten und Zivilisten.
Ohne die Mühen der Gefallenen, so die Worte von Landrat Lee, gebe es auf Kinmen nicht den Wohlstand, den es heute genießt. Der chinesische Artilleriebeschuss Kinmens, der am 23. August 1958 begonnen hatte, leitete zugleich die zweite Krise in der Taiwanstraße ein. Über einen Zeitraum von anderthalb Monaten feuerten chinesische Truppen mehr als 470.000 Granaten auf Kinmen, das nur zwei Kilometer vor der chinesischen Küste liegt. Neben mehreren tausend Opfern auf taiwanischer Seite wurden in dem Gefecht auch rund 200 chinesische Soldaten getötet.
Seit 1949, als die Truppen der Kuomintang (KMT) vom chinesischen Festland fliehen mussten, war Kinmen bis in die 70-er Jahre Kriegsschauplatz zwischen Taiwan und China und zugleich eine wichtige Festung zur Verteidigung Taiwans. Auch heute noch droht die chinesische Regierung mit Krieg, falls sich Taiwan unabhängig erklären sollte.