Taipei – 4. Januar 2014 - Die Musikerlegende Lee Tai-hsiang ist im Alter von 72 Jahren Donnerstagnacht in einem buddhistischen Hospiz entschlafen.
Seit 1988 litt Lee Tai-hsiang an Parkinson und später an Schilddrüsenkrebs. Lange kämpfte er gegen die Krankheit an, wobei er die Kraft dafür aus dem Schaffen neuer Kompositionen bezog. Ende letzten Jahres verschlechterte sich sein Zustand und er wurde ins Hospiz verlegt. Dort starb er friedlich im Beisein seiner Familie.
Der 1941 in Taitung geborene und zum Stamm der Ami gehörige Musiker, widmete sein gesamtes Leben der Musik und Komposition.
Musikalisch umspannte er den Bogen von klassischer, zeitgenössischer, volkstümlicher Musik und auch Popmusik. Eine Zeit lang spielte er ebenfalls als Violine in Taiwans Staatsorchester und schuf die Tanzdramen für Taiwans Cloud Gate – Tanztheater.
Mit seinen über 1000 Liedern und Texten lieferte er einen großen Beitrag zur Entwicklung der einheimischen und der Ureinwohnermusik und der Kultur. In Taiwan wurde er als „Musikgott“ und auch als Guru des Mando-Pops bezeichnet. Seine bekanntesten Werke waren „Der Olivenbaum“ , „Abschied“, „Geschichte des Frühlings“ und „Sonnenscheinboulevard“, neben etlichen anderen.
Sein Leben lang stützte er sich auf seine Willenskraft und Entschlossenheit, um alle möglichen Schwierigkeiten bei der Umsetzung seiner Musik zu überwinden. Seine Inspiration und Ausdauer zog er aus seiner Liebe zur Musik und seinem Mut zur Verwirklichung seiner Träume.
Für sein Schaffen wurde er mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, darunter 2008 den Literaturpreis und 2013 den staatlichen Kulturpreis.
Lee Tai-hsiang trat auch in Deutschland auf dem Vlotho-Festival 1979 auf, später spielte er zusammen auf Einladung des Goethe-Institutes in einem multinationalen Quartett.