Taipeh – 13. September 2014. Die oppositionelle Demokratische Fortschrittspartei (DPP) werde mit einem entschlossenen, pragmatischen und gleichmäßigen Vorgehen ein „gänzlich neues Modell“ der Beziehungen zu China entwerfen. Dies sagte die DPP-Vorsitzende Tsai Ing-wen am heutigen Samstag.
Die Partei sei bereit sich den vorhandenen Differenzen zwischen beiden Seiten zu stellen und bei der Suche nach Problemlösungen die Initiative zu ergreifen, so Tsai auf einem akademischen Forum zur Rolle der USA bei der Sicherheit in der Asien-Pazifik Region. Genauere Angaben zu dem Modell machte Tsai jedoch nicht.
Im Hinblick auf Handelsfragen erklärte Tsai, dass sich Taiwan nicht nur auf den Austausch mit China verlassen könne. Darüber hinaus müsse das Land auch in regionale Wirtschaftsräume integriert werden, beispielsweise durch die Teilnahme an der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) und der Regionalen Wirtschaftspartnerschaft (RCEP). Nur dadurch könne Taiwan seine wirtschaftliche Unabhängigkeit wahren und verhindern, dass seine Demokratie äußeren Einflüssen ausgesetzt werde.
Die Verhandlungen zu den beiden Handelsblöcke sind noch nicht abgeschlossen, allerdings war es Taiwan aufgrund des Drucks aus China bisher nicht möglich, daran teilzunehmen. Die DPP hat sich in der Vergangenheit gegen das Inkrafttreten eines Dienstleistungsabkommens stark gemacht, das bereits im Juni 2013 unterzeichnet, jedoch bis heute noch nicht vom Parlament verabschiedet wurde.