Taipeh – 22. September 2014. Laut Kulturministerin Lung Ying-tai verfolge die Regierung mit der Errichtung der Taiwan-Academy keine politischen Ziele. Stattdessen sollen die Institute im Ausland für Taiwans Kultur werben, darunter etwa über die Zurschaustellung von einheimischen Filmen, Aufführungen oder Kunstwerken. Dies erklärte Lung heute in einer Parlamentssitzung auf die Frage von Chen Pi-Han, einer Abgeordneten der Regierungspartei Kuomintang.
Zuvor hatte Chen sich nach dem Stellenwert und der konkreten Arbeitsweise der Taiwan-Academy im Ausland erkundigt. Dabei zitierte sie die Worte des Tang-Preisträgers für Sinologie Yu Ying-shih. Bei der Preisverleihung vergangene Woche hatte Yu darauf hingewiesen, das Peking mit der Errichtung und Finanzierung der Konfuzius-Institute im Ausland politische Ziele verfolge. Taiwan müsse laut Yu in dieser Hinsicht nicht mit Peking konkurrieren.
Laut Lung hat das Kulturministerium seit Ende 2010 mit der Errichtung der Taiwan-Academy begonnen. Derzeit gebe es drei der Institute in den USA, darunter eines in New York, in Houston und ein weiteres in Los Angeles. Als Beispiel für die Arbeit der Academy nannte sie die Herausgabe eines Buches über den taiwanischen Regisseur Hou Hsiao-hsien, das in Kooperation mit dem New Yorker Bard-College entstanden sei.