Taipeh – 22. März 2014. Premier Jiang Yi-huah hat am Samstag gesagt, dass die Regierung nicht vorhabe, das Dienstleistungsabkommen zwischen Taiwan und China zurückzunehmen. Er hoffe jedoch, dass das Abkommen gründlich vom Parlament besprochen werden kann. Jiangs Bemerkungen waren eine Reaktion auf die protestierenden Studenten, die seit Dienstag das Parlament besetzt halten und eine Rückgängigmachung des umstrittenen Abkommens fordern.
In Begleitung von Bildungsminister Chiang Wei-ling und umgeben von Leibwächtern begab sich der Premier heute Nachmittag in das Gedränge um das Parlamentsgebäude. Wörtlich sagte er: „Die Regierung hat das Dienstleistungsabkommen zur Abstimmung an das Parlament weitergereicht, weil wir der Meinung sind, dass es förderlich für die Zukunft von Liberalisierung und Internationalisierung unseres Landes ist. Wir haben nicht vor, es zurückzunehmen, aber wir hoffen, dass es sachlich Punkt für Punkt im Parlament besprochen werden kann.“ Es war die erste direkte Reaktion der Regierung auf die Studenten seit deren Besetzung des Parlaments.
Im Gespräch mit Jiang forderten die Studenten die direkte Kommunikation mit Präsident Ma Ying-jeou. Am Nachmittag hatte sich das Präsidialamt offen für Gespräche gezeigt. Gleichzeitig hatte es jedoch abgelehnt, auf die Forderungen der Protestierenden einzugehen. Die Regierung hat unter dessen mehrfach beteuert, dass sie nicht versuchen werde, den Studentenprotest unter Anwendung von Gewalt aufzulösen.