Taipei – 9.1.2014 – Taiwans Regierung wird ihre Politik hinsichtlich der Aufnahme chinesischer Studenten an taiwanischen Universitäten überprüfen. Dies gab Präsident Ma Ying-jeou heute auf einer Tagung taiwanischer Universitätsrektoren bekannt. Diese hatten zuvor mehrheitlich die Hoffnung geäußert, dass Beschränkungen zur Aufnahme eines Studiums in Taiwan für chinesische Studenten gelockert werden könnten.
Wie Ma auf dem Treffen weiter mitteilte, habe sich die Öffnung taiwanischer Universitäten für Studierende aus China seit drei Jahren positiv auf die Situation taiwanischer Studenten ausgewirkt. Ziel sei es, dass junge Menschen von beiden Seiten der Taiwanstraße Freundschaften schließen, zusammenarbeiten und miteinander konkurrieren könnten.
Um noch mehr Studierende aus China anzuregen zum Studium nach Taiwan zu kommen, sollen diese in Zukunft auch in Taiwans Krankenversicherungssystem aufgenommen werden, wie es für internationale Studenten aus anderen Ländern heute schon der Fall ist.
Wie Bildungsminister Chiang Wei-ling erklärte, soll der Anteil chinesischer Erstsemester an der Gesamtzahl aller Erstsemester an taiwanischen Universitäten von einem auf zwei Prozent erhöht werden. Zudem plane man, die Abschlüsse 18 weiterer Universitäten aus den Fachbereichen Kunst, Musik und Tanz anzuerkennen und Absolventen dieser Einrichtungen zuzulassen, weiterführende Studien in Taiwan aufzunehmen.
Die weitere Aufnahme chinesischer Studenten an taiwanischen Universitäten wird auch als Maßnahme gesehen, dem Studentenschwund an Taiwans höheren Bildungseinrichtungen entgegenzuwirken, der durch den anhaltenden Kindermangel hervorgerufen wird.