Taipeh – 17. November 2014. Viele Akten von politischen Gefangenen aus Taiwans Kriegsrechtsära werden laut Angaben des Kulturministeriums bald der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Kulturministerin Lung Ying-tai sagte heute, auch wenn 90 Prozent der Akten nur noch als Kopie verfübar seien, so seien sie doch wichtig für Taiwans Vergangenheitsbewältigung und die Entwicklung von Menschenrechten.
“Hinter der Öffentlichmachung der Akten seitens des Kulturministeriums steckt nur ein Grund: Licht auf die Geschichte zu werfen. Zudem hoffen wir, dass Taiwan durch die Offenlegung dieser Akten in Sachen Menschenrechten noch einen Schritt nach vorne machen kann,“ so Lung. Vor der Veröffentlichung der Akten würden zunächst persönliche Informationen wie Ausweisnummern oder medizinische Angaben geschwärzt, um die Privatsphäre der in den Dokumenten genannten Personen zu schützen.
Das Kriegsrecht in Taiwan wurde am 20. Mai 1949 verhängt und erst am 14. Juli 1987 aufgehoben. Während dieser Zeit wurden viele Aktivisten wegen Landesverrats oder der Spionage für China verurteilt. Im Dezember 1998 hatte die damalige Regierung eine Stiftung ins Leben gerufen, um fälschlicherweise Beschuldigte von damals finanziell zu entschädigen. Bis zu ihrem Ende im vergangenen September hatte die Stiftung 10 067 Anträge bearbeitet.