Taipei – 21. November 2014 - Präsident Ma Ying-Jeou sagte, dass die eingefrorenen Gespräche zum Abschluss eines Warenhandelsabkommens mit Festlandchina sich negativ auf die Wirtschaftsaktivität Taiwans auswirken würden.
Präsident Ma machte seine Aussage am Freitag beim Besuch von Kurt Tong, einem Offiziellen des US-amerikanischen Außenministeriums aus der Abteilung für Wirtschaftsangelegenheiten.
Präsident Ma sagte, dass Taiwan zwar mit China vor vier Jahren das Wirtschaftsrahmenabkommen ECFA abgeschlossen hätten, dies aber nur ein Präferenzabkommen zur Zollbefreiung für bestimmte Produkte enthalte. Das gerade von Südkorea mit China abgeschlossene Freihandelsabkommen würde die Bereiche Waren und Dienstleistungen umfassen und damit den Umfang von Taiwans Abkommen übertreffen.
Taiwans Präsident bezeichnete den Boykott des mehr als eineinhalb Jahre im Parlament von der Opposition blockierten Vertrages über ein Dienstleistungshandelsabkommen als wettbewerbsmindernd für Taiwan, wodurch man gute Gelegenheiten verspiele.
Präsident Ma sagte ferner, dass ohne das Dienstleistungshandelsabkommen mit dem Festland ein Beitritt zu weiteren regionalen Freihandelsabkommen wie der Transpazifischen Parnterschaft (TPP) und dem RCEP Südostasiens schwierig würde.
Ähnlich äußerte sich Wirtschaftsminister Du Tyzz-jun in einem Interview gegenüber dem Radiosender UFO. Die Exportstruktur von etwa 75% der nach China versendeten Waren seien deckungsgleich mit der südkoreanischen. Er rechnet nach dem Inkrafttreten des Handelsabkommens zwischen Südkorea und China Mitte 2015 mit einem Exportrückgang von 1,35%, dies entspräche Umsatzverlusten von 3,75 Mrd. USD.