Taipei – 26.11.2014 – Fachkräfte in Taiwan zu halten sei noch wichtiger als Fachkräfte auszubilden. Diese Angaben machte Yang Pan-chyr, Präsident der Nationalen Taiwan Universität (NTU), am heutigen Mittwoch. Er reagierte damit auf eine Aussage von Bildungsminister Wu Se-hwa, der gestern davor gewarnt hatte, dass in zehn Jahren die Anzahl von Menschen mit Doktortitel ohne feste Anstellung sogar jene sogenannter „Lehrernomaden“ noch übertreffen werde.
Als „Lehrernomaden“ werden ausgebildete Lehrer bezeichnet, die aufgrund der Vielzahl an Lehrern in Taiwan über Jahre in kein unbefristetes Arbeitsverhältnis gelangen. Laut NTU-Präsident Yang nehme der Bedarf an Lehrern im Zuge der geringen Geburtenrate in Taiwan in Zukunft weiter ab. Menschen mit Doktortitel sollten sich daher beruflich in unterschiedliche Richtungen entwickeln und nicht alle eine Karriere als Lehrer anstreben.
Wichtig sei laut Yang vor allem, die Abwanderung von Fachleuten zu verhindern: „Die Regierung muss sich hier unbedingt etwas überlegen. Es ist sehr wichtig, Fachkräfte auszubilden. Aber noch wichtiger ist es, diese Fachkräfte auch zu halten. Wenn man sie nicht hält, dann werden sie in andere Länder abwandern. So wird es unserer Gesellschaft auch nicht helfen, noch mehr Fachkräfte auszubilden.“
Gemäß des Bildungsministeriums werde man noch im Dezember eine Plattform für Hochqualifizierte einrichten, um diese beim Einstieg in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Zur Vermeidung eines weiteren Anstiegs von Menschen mit Doktortiteln wolle man ferner die Anzahl von Promotionsplätzen an den Unis reduzieren.