Taipeh – 8. Dezember 2014. Taiwans Finanzminister hat sich offenbar gegen den Verkauf eines größeren Anteils am Wolkenkratzer Taipei 101 an eine malaysische Unternehmensgruppe ausgesprochen. Minister Chang Sheng-ford bezeichnete das Interesse aus dem Ausland an dem für Taiwan symbolträchtigen Gebäude heute als „unangemessen.“ Das höchste Gebäude des Landes solle laut Chang in den Händen einheimischer Besitzer bleiben.
Am 6. Dezember hatte das in mehrere Lebensmittelskandale verwickelte Unternehmen Ting Hsin bestätigt, seinen Anteil von 37 Prozent an der Firma, der das Gebäude gehört, an ein malaysisches Unternehmen verkaufen zu wollen. Das Geschäft im Wert von 25 Milliarden Taiwan-Dollar (805 Millionen US-Dollar) muss jedoch zunächst noch vom Finanzministerium gebilligt werden. Dabei wolle man laut Regierungsangaben auch die Rolle des Unternehmens im Speiseölskandal berücksichtigen.
Derzeit ist die Firma Ting Hsin nach einer Gruppe staatlicher Investoren der zweitgrößte Anteilseigner am Taipei 101. Nach den Speiseölskandalen der letzten Monate war der öffentliche Druck auf die Firma gewachsen, sich von ihren Anteilen zu trennen. Kritiker befürchten nun, dass die Firma mit dem Verkauf an eine ausländische Firma Profit machen wolle, ohne sich ihrer Verantwortung in dem Lebensmittelskandal zu stellen.