Taipeh – 30. Dezember 2014. Präsident Ma Ying-jeou hat am heutigen Donnerstag straf- und zivilrechtliche Klagen gegen die Radiomoderatorin Clara Chou eingereicht. Chou hatte zuvor behauptet, Ma habe politische Geldspenden von einem in die Kritik geratenen einheimischen Lebensmittelhersteller angenommen.
Ma wirft der Moderatorin schwere Formen der Verleumdung vor, eine Straftat, auf die eine Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren steht. Darüber hinaus verlangt Ma eine Entschädigungszahlung in Höhe von 10 Millionen Taiwan-Dollar (260 000 Euro) sowie eine öffentliche Entschuldigung in vier großen landesweiten Zeitungen, so Mas Anwalt.
Vergangene Woche hatte Chou behauptet, dass Ma politische Spenden in Höhe von 200 Millionen Taiwan-Dollar (5,2 Millionen Euro) von dem Lebensmittelhersteller Ting Hsin angenommen habe, der in die jüngsten Speiseölskandale verwickelt ist.
Mas Anwalt Hung Wen-chun sagte, Chou habe weiter an ihren „falschen Behauptungen“ festgehalten, obwohl der Präsident diese mehrfach abgestritten habe.
„Nach den Äußerungen von Frau Chou haben sich bereits alle betroffenen Personen klärend zu Wort gemeldet. Trotzdem hat sie weiter solche Äußerungen verbreitet. Darum hat sich der Präsident dazu entschlossen, rechtliche Schritte einzuleiten. Die Forderungen entsprechen einer öffentlichen Entschuldigung gegenüber dem Präsidenten,“ so Hung.
Derweil hat das Disziplinarkomittee der Regierungspartei Kuomintang beschlossen, Chou die Parteimitgliedschaft zu entziehen, da sie dem Ruf der Partei schweren Schaden zugefügt habe, wie es von Seiten der KMT heute hieß.