Taipei, 30.01.2020 - Das Außenministerium hat heute an die WHO appelliert, Taiwan nicht länger von Expertenkonferenzen zum Coronavirus 2019-nCoV auszuschließen.
Sprecherin Joanne Ou (歐江安) sagte, die WHO würde politische Beweggründe über das Recht auf Gesundheit von 23 Millionen Taiwanern stellen. Taiwan stünde bei der Eindämmung des in China ausgebrochenen Virus an erster Front und müsse unmittelbaren Zugang zu Informationen der Expertenkomitees erhalten. Zudem könne es wertvolle Erfahrungen der Epidemieprävention aus erster Hand beitragen. “Daher fordern wir von der WHO, dass Taiwans Experten an allen Konferenzen zur Bekämpfung des Coronavirus teilnehmen können”, so Ou.
Die WHO behandelt Taiwan als Teil Chinas und schließt das Land von Gesprächen zur Coronavirus-Epidemie und der jährlichen Weltgesundheitsversammlung (WHA) aus.
Japans Premier Shinzo Abe forderte heute eine Einbindung Taiwans in die WHO und sagte, der Ausschluss behindere die Epidemiebekämpfung in der gesamten Region. Auch Kanadas Premierminister Justin Trudeau sprach sich für eine WHO-Mitgliedschaft Taiwans als Beobachterland aus. In einer Fragerunde im kanadischen Parlament sagte er gestern, Taiwan sei ein wichtiger Partner in der Epidemieprävention.