Taipei – 3. Februar 2020. Angesichts steigender Ansteckungsfälle mit dem neuen Coronavirus hat Präsidentin Tsai Ing-wen (蔡英文) Organisationen der Vereinten Nationen heute dazu aufgerufen, Taiwan nicht auszuschließen. Tsai forderte die UN dazu auf, das Recht der Taiwaner auf Gesundheit anzuerkennen. Taiwan könne auch Beiträge für die internationale Gemeinschaft leisten.
Tsai sagte: „Die Weltgesundheitsorganisation und die Internationale Zivilluftfahrtorganisation, die beide zur UN gehören, haben die wichtige Aufgabe, eine Epidemie des Wuhan-Virus in der Welt zu verhindern. Und doch schließen sie Taiwan aus politischen Gründen aus dem globalen Präventionsnetz aus. Ich rufe die fraglichen UN-Organisationen noch einmal dazu auf, anzuerkennen, dass alle Taiwaner ein Recht auf Gesundheit haben und dass die Epidemie-Prävention eine globale Aufgabe ist. Taiwan steht an vorderster Front der Bedrohungsrisiken, weshalb hier erst recht keine Lücken in der Präventionsarbeit entstehen dürfen.“
Ihre Äußerungen machte die Präsidentin während eines Treffens mit dem Vorsitzenden der Europäischen Handelskammer Taiwan Guiseppe Izzo. Tsai dankte der EU für ihre Unterstützung einer Aufnahme Taiwans in die WHO. Außerdem sagte Tsai, die Regierung verfolge die Auswirkungen der Epidemie auf die Entwicklung der Wirtschaft in Taiwan und der Welt und ergreife notwendige Maßnahmen.
Unterdessen rief heute auch das Außenministerium die WHO und dessen Unterorganisationen erneut dazu auf, Taiwan in die internationalen Präventionsanstrengungen mitaufzunehmen. Eine Einladung taiwanischer Experten könne dabei behilflich sein, bestehende Lücken bei der Epidemie-Prävention zu schließen, so das Ministerium.
Die WHO habe in ihrem Bericht zur Lage der Epidemie des neuartigen Coronavirus, Taiwan mit zur Epidemieregion in China aufgezählt. Dadurch habe die WHO der nationalen Souveränität Taiwans und dem Recht auf Gesundheit der 23 Millionen Taiwaner großen Schaden zugefügt, so das Ministerium.