Taipei – 17. Februar 2020. Vizepräsident Chen Chien-jen (陳建仁) zufolge gibt es in Taiwan nach wie vor keine regionale Verbreitung von Covid-19. Damit reagierte Chen auf die Nachricht von Sonntag über das erste Todesopfer der Krankheit in Taiwan. Chen ist gelernter Epidemologe.
Bei dem ersten Todesopfer der Krankheit in Taiwan handelt es sich um einen 61-jährigen Fahrer eines Limousinen-Service aus Mitteltaiwan. Laut Taiwans Epidemie-Kommandozentrum war der Mann kurz nach seiner Diagnose mit Covid-19 am 15. Februar verstorben.
Der Mann sei chronisch krank gewesen, habe aber weder kürzlich das Land verlassen noch Kontakt mit bekannten Covid-19-Patienten gehabt. Gesundheitsminister und Leiter des Epidemie-Kommandozentrums Chen Shih-chung (陳時中) hatte am Sonntag gegenüber der Presse noch von einer möglichen, regionalen Verbreitung in Taiwan gesprochen.
Dazu sagte der Vizepräsident in einer Nachricht auf Facebook heute, dass es in Taiwan noch nicht die üblichen Anzeichen für eine derartige Verbreitung gebe. Stattdessen hätte sich der Mann während seiner Arbeit als Fahrer bei taiwanischen Geschäftsleuten angesteckt haben können, die zurück aus China gekommen waren.
Der Gesundheitsminister sagte heute, dass die Wahrscheinlichkeit von einer Ansteckung des Virus von Mensch zu Mensch in Taiwan weiterhin sehr gering sei. Man habe bei den meisten Personen, die mit dem Mann in Kontakt gekommen waren, nach Tests keine Ansteckung mit dem Virus feststellen können.
Eine Ansteckung mit dem Virus habe demnach bisher nur bei dem jüngeren Bruder des Verstorbenen bestätigt werden können. Damit stieg die Anzahl von Infektionen in Taiwan mit dem neuartigen Coronavirus auf insgesamt 20 Fälle.