Gesundheitsminister Chen Shih-chung (陳時中) sprach sich für geänderte Regeln zur Teilnahme an der Weltgesundheitsversammlung (WHA) aus, wenn sich die globale Situation ändere und aus Gründen der Menschenrechte und Gesundheit dies notwendig sei. Zudem sollte unvollständiges Regelwerk, ungeachtet der Dauer seiner Existenz, geändert werden,.
Gesundheitsminister Chen reagierte damit auf Bemerkungen des leitenden Rechtsbeauftragten der Weltgesundheitsorganisation WHO, Steven Solomon, bei einer Pressekonferenz in Genf am Montag zur Teilnahme Taiwans an der WHA.
Solomon trug dabei den vor 49 Jahren gefassten UN-Beschluss vor, dass nur die Volksrepublik China legitimer Repräsentant Chinas innerhalb der Vereinten Nationen sei. Seine Äußerung machte er trotz zunehmender Unterstützung für eine Teilnahme Taiwans im Zeitalter der Corona-Pandemie.
Gesundheitsminister Chen bezeichnete dessen Aussage als „bürokratische Antwort“.
Die WHA, auf der die kommenden Schwerpunkte der Tätigkeiten der WHO für das nächste Jahr geregelt werden, findet vom 18. bis 19. Mai in Genf statt. Wegen den Reisebeschränkungen aus Anlass der COVID-19-Pandemie wird die 73. WHA-Sitzung jedoch nur virtuell durchgeführt. Eine Einladung an Taiwan sei bisher noch nicht ausgesprochen worden, teilte Gesundheitsminister Chen Shih-chung auf der Pressekonferenz mit.
Seit dem Regierungswechsel 2016 konnte Taiwan wegen Einflusses aus China nicht mehr als Beobachter an der WHA teilnehmen.