Taipei – 8. Juni 2020. Die Organisatoren der jährlichen Dajia-Matsu-Pilgerreise haben heute angekündigt, dass die Prozession dieses Jahr vom 11. bis 20. Juni stattfinden werde. Taiwans größte religiöse Veranstaltung war ursprünglich für den März geplant, wurde dieses Jahr aber aufgrund der Covid-19-Pandemie verschoben.
Laut Angaben des Jenn-Lann-Tempels in Taichung, der die Veranstaltung mitorganisiert, wird die Prozession nun am Donnerstagabend beginnen, da sich die Epidemie-Situation in Taiwan mittlerweile wieder entspannt habe. Allerdings werde es trotzdem noch einige Einschränkungen geben.
Der Vizevorsitzende des Tempels Cheng Ming-kun (鄭銘坤) sagte auf einer heutigen Pressekonferenz, dass die Anzahl der Prozessionshelfer auf 800 Personen beschränkt bleiben werde. Zudem werde man den Namen von jedem Einzelnen festhalten und jeden Tag deren Körpertemperatur überprüfen, so Cheng.
Alle Teilnehmer an der Prozession müssten zudem zu jeder Zeit einen Mundschutz tragen. Die Gläubigen rief Cheng dazu auf, der Prozession über das Internet zu folgen anstatt selbst vor Ort daran teilzunehmen. Auch ein traditionelles Bankett unter freiem Himmel, an dem letztes Jahr 10.000 Personen teilnahmen, wurde abgesagt.
Der Tempelvorstand kündigte zudem an, für die Organisation des Ereignisses mit dem Epidemie-Kommandozentrum zusammenarbeiten zu wollen. Dessen Vizevorsitzender Chen Tsung-yen (陳宗彥) bestätigte heute die Pläne des Tempels, sich an die Vorgaben zur Epidemie-Prävention des Kommandozentrums halten zu wollen.
Mit der jährlichen Großveranstaltung wird an den Geburtstag der Meeresgöttin Matsu erinnert. Dazu tragen die Gläubigen eine Sänfte mit einer Statue von Matsu aus dem Jenn-Lann-Tempel durch Mitteltaiwan. In vergangenen Jahren nahmen hunderttausende Menschen an der über 340 Kilometer langen Pilgerreise teil.