Taipei, 30.07.2020 - Taiwanische Forscher haben einen monoklonalen Antikörper identifiziert, der im Tierversuch erfolgreich in der Behandlung von COVID-19 war. Das gab das Team aus Forschern des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten und Vakzinologie (NIIDV) und des Nationalen Verteidigungs-Medizinzentrums heute bekannt.
Für die Therapie verwendeten sie einen Antikörper, der bereits aus der SARS-Forschung bekannt war. Der Antikörper identifiziere SARS-CoV-2 und binde präzise an die Aminosäure S2 des Virus, die nicht von Mutationen bedroht sei, so NIIDV-Leiter Liao Ching Len (廖經倫).
Der Tierversuch mit Hamstern habe gezeigt, dass mit dem Antikörper behandelte COVID-infizierte Hamster weiterhin normales Gewicht und Vitalitätszeichen aufwiesen, im Vergleich zu Hamstern ohne die Behandlung, deren Gewicht und Vitalität im Durchschnitt abnahm. Auch habe das Virus nach der Behandlung deutlich weniger die Lunge der Tiere befallen.
Das Team will den Antikörper im nächsten Schritt genetisch modifizieren, so dass er beim Menschen zum Einsatz kommen kann. Mit einem passenden Hersteller kann dann die klinische Testphase beginnen.