Taipei – 17. August 2020. Gesundheitsminister Chen Shih-chung (陳時中) hat heute über mögliche Schwierigkeiten zur Diagnose von neuen Covid-19-Fällen in der anstehenden Grippesaison gesprochen. Entsprechende Äußerungen machte Chen heute Vormittag in einem Radiointerview.
Der Minister sagte, dass eine mögliche zweite Welle des Covid-19-Coronavirus zum Jahresende mit der traditionellen Grippesaison zusammenfallen könnte. In den letzten beiden Jahren habe die Durchimpfungsrate für die Grippe in Taiwan 27 Prozent betragen. Damit habe bereits ein Effekt von Herdenimmunität bestanden.
Eine andere Strategie bestünde in großen staatlichen Subventionen für Grippeimpfstoffe und -medikamente, so der Gesundheitsminister weiter. Zusammen mit Informationskampagnen könne das dazu führen, das Ausmaß einer Grippeepidemie soweit es geht zu verringern.
In dem Interview äußerte sich der Gesundheitsminister auch zur Frage einer Reform des Krankenversicherungssystems. Chen sagte, Krankenversichertenbeiträge seien in der Vergangenheit zu oft als Ausgaben verstanden worden. Stattdessen müssten sie als Investition in die Gesundheit aller Bürger gesehen werden.
Chen warnte, dass das System andernfalls langfristig an seine Grenzen stoßen werde. Vor einer Reform müsse die Regierung mit der Bevölkerung kommunizieren. Nur so könne sich die Krankenversicherung in die Richtung von gleichen Rechten auf Gesundheit bewegen.