Taipei – 4. September 2020. Mehrere Regierungsvertreter haben heute das Vorgehen eines taiwanischen Herstellers von medizinischen Mund- und Nasenschutzen kritisiert. Der Leiter des Unternehmens Carry Hi-tech hatte zuvor eingeräumt, Masken aus China importiert und an das Rationierungssystem der Regierung weitergegeben zu haben.
Präsidentin Tsai Ing-wen (蔡英文) sagte dazu: „Das ist unverzeihlich, da es nicht nur die Menschen im Land dem Risiko einer Epidemie aussetzt. Es wurde dadurch auch der Ruf unseres Nationalteams für die Maskenherstellung und das Vertrauen der Bevölkerung beeinflusst. Ich finde, diese Angelegenheit ist unverzeihlich.“
Premierminister Su Tseng-chang (蘇貞昌) sagte, die Hersteller und Menschen im Land hätten durch ununterbrochene Anstrengungen die Maskenproduktion auf 20 Millionen pro Tag angehoben. Es sei unerträglich, dass nun wegen des Profitstrebens eines Unternehmens der Ruf der Maskenproduktion im Land geschädigt worden sei.
Gesundheitsminister Chen Shih-chung (陳時中) sagte, dass ein Produktionsverbot gegen das Unternehmen verhängt worden sei. Chen wies zudem die Äußerungen des Unternehmensleiters zurück, laut dem die Masken aus China von noch besserer Qualität seien als die in Taiwan produzierten.
Der Unternehmensleiter Lin Ming-chin (林明進) hatte sein Vorgehen mit den hohen Produktionsanforderungen der Regierung an die Maskenhersteller in Taiwan begründet. Weil größere Hersteller seit Juni nicht mit der Maskenproduktion nachkämen, habe sich der Druck auf kleinere Unternehmen wie seins verstärkt.