Taipei – 22. Dezember 2020. Trotz Taiwans Erfolg im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie, belastet die Pandemie die Psyche vieler Taiwaner.
Das ist das Ergebnis einer Studie der taiwanischen Mental Health Foundation, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Taiwan erlebte dank der bisher erfolgreichen Bekämpfung der Pandemie ein relativ normales Jahr mit minimalen Veränderungen im Alltag. Trotzem gaben laut der alle zwei Jahre durchgeführten landesweiten Umfrage zur psychischen Gesundheit 21,4 % der Befragten an, dass die Pandemie Auswirkungen auf ihre finanzielle Situation hatte. Das wiederum führte zu einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit. Wenn diese Zahl repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ist, würde dies bedeuten, dass sich die psychische Gesundheit von etwa 3,4 Millionen Taiwanern aufgrund der wirtschaftlichen Belastungen durch die Pandemie verschlechtert hat.
Die Stiftung sagt, dass eine signifikante Anzahl der Befragten, die unter den wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 litten, über ein vermindertes Selbstwertgefühl berichteten, eine der Facetten der psychischen Gesundheit, die die Umfrage misst. Das Selbstwertgefühl war insgesamt auf dem niedrigsten Stand seit 2002.
Soziale Distanzierungsmaßnahmen haben ebenfalls die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so der Bericht. Obwohl Taiwan nicht abgeriegelt wurde und viele öffentliche Plätze so gefüllt sind wie immer, führte die Erzwingung von räumlicher Distanz an einigen Orten dazu, dass jeder vierte Befragte über Gefühle von Einsamkeit und Isolation berichtete. Wenn diese Zahl repräsentativ ist, bedeutet das, dass 4,2 Millionen Taiwaner aufgrund der Pandemie mit Gefühlen der Isolation zu kämpfen haben.
Die Umfrage wurde per Telefon Anfang September durchgeführt und erhielt 1.082 Antworten.