Taipei –17. Februar 2021. Das deutsche Unternehmen BioNTech sei aus seinem Coronavirus-Impfstoff-Deal mit Taiwan aufgrund Drucks aus China ausgestiegen. Das erklärte Taiwans Gesundheitsminister Chen Shih-chung (陳時中) am Mittwoch (17. Februar) in einem Radio-Interview.
Im vergangenen Dezember hatte Chen bekanntgegebe, dass sich Taiwan rund 20 Millionen Dosen Coronavirus-Impfstoff gesichert hatte, darunter 4,76 Millionen Dosen durch die globale COVAX-Initiative, 10 Millionen Dosen des Oxford/AstraZeneca-Impfstoffs und 5 Millionen Dosen von "einer bestimmten ausländischen Firma". Zu diesem Zeitpunkt wollte Chen den Namen des Herstellers nicht nennen, versprach aber, weitere Details zu nennen, sobald das Geschäft abgeschlossen sei.
Während des Radiointerviews am Mittwoch bestätigte Chen nun, dass die unbenannte "ausländische Firma" BioNTech war. Er sagte, der deutsche Impfstoffentwickler habe mit der taiwanischen Regierung eine Vereinbarung über 5 Millionen Dosen seines Coronavirus-Impfstoffs getroffen. Doch als beide Seiten sich anschickten, den Vertrag zu unterzeichnen, sei BioNTech plötzlich aus dem Geschäft ausgestiegen.
Chen bemerkte, dass die taiwanischen Beamten von der Absage in letzter Minute überrascht worden waren, da beide Seiten gerade erst die Pressemitteilung der jeweils anderen Seite geprüft hatten. Er glaubt, dass politische Faktoren bei BioNTechs Sinneswandel eine Rolle spielten und fügte hinzu, dass der chinesische Partner des Unternehmens, Shanghai Fosun Pharmaceutical (上海復星醫藥), sich gegen den Deal ausgesprochen habe.
Obwohl er vermute, dass das chinesische Pharmaunternehmen hinter der Absage steckt, sagte Chen, wisse er es nicht mit Sicherheit. BioNTech habe in seiner Erklärung "Herausforderungen bei der globalen Verteilung des Coronavirus-Impfstoffs" und "interne Unstimmigkeiten unter den Führungskräften des Unternehmens" angeführt, führte er aus.
Im Januar hatte Taiwans Wirtschaftsminister Wang Mei-hua (王美花) an Deutschland appelliert, bei der Beschaffung des Coronavirus-Impfstoffs zu helfen. Auf die Frage, ob es den Impfstoff an Taiwan liefern würde, lehnte BioNTech laut Reuters einen Kommentar ab.