Taipei – 19. Juli 2021. Ein Expertengremium hat dem Covid-19-Impfstoffkandidaten des taiwanischen Unternehmens Medigen trotz fehlender Phase-3-Tests eine Notfallzulassung erteilt. Laut Experten machen die Daten der Phase-2-Tests deutlich, dass die durch den Impfstoff gebildeten Antikörper Taiwans Standards entsprechen.
Die Direktorin der Lebens- und Arzneimittelbehörde Wu Hsiu-mei (吳秀梅) sagte, dass die Entscheidung durch eine Abstimmung von 21 Experten am Sonntag getroffen worden sei. Dabei hätten sich 18 der Gremiumsmitglieder für die Notfallzulassung ausgesprochen, so Wu heute gegenüber Medienvertretern.
Wu sagte weiter, dass Probanden einer Untergruppe der 3.000 Teilnehmer der Phase-2-Tests, die im Rahmen der Notfallzulassung geprüft worden seien, eine Serokonversionsrate von 95,5 Prozent gezeigt hätten. Der Wert liegt deutlich über den behördlich für eine Notfallzulassung vorgeschriebenen 50 Prozent.
Außerdem sei die Anzahl der Antikörper im Blut der geprüften Probanden 3,4 mal so hoch gewesen wie bei 200 Personen der Kontrollgruppe, die zwei Mal den AstraZeneca-Impfstoff verabreicht bekommen hatten. Laut Taiwans Standards hätte ein Wert von mindestens zwei Dritteln des Antikörperwerts von AstraZeneca genügt.
Angaben von Medigen nach ist der Covid-19-Impfstoff für alle Personen über 20 Jahren geeignet. Der Impfstoff sollte in zwei Dosen mit einem Abstand von 28 Tagen verabreicht werden. Das Unternehmen hatte vor einiger Zeit bekannt gegeben, bis Ende des Jahres 10 Millionen Dosen des Impfstoffs produzieren zu können.