Taipei – 21. April 2022. Das taiwanische Außenministerium hat heute dem Weltärztebund (WMA) für seine Unterstützung gedankt. Am 19. April forderte der Bund in einem offenen Brief an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Taiwans Teilnahme an der im Mai stattfindenden Weltgesundheitsversammlung (WHA). Das taiwanische Außenministerium äußerte, dass es sein Bestes dafür tun würde, an der Weltgesundheitsversammlung teilzunehmen.
In dem Brief wies der Weltärztebund darauf hin, dass eine Teilnahme Taiwans mehr als „nur einer mehr am Tisch“ bedeuten würde. Sie würde ein klares Signal senden, dass man auf einem internationalen Level friedlich miteinander kooperieren würde. Der Bund forderte deshalb, Taiwan in der kommenden Versammlung einen Beobachterstatus zu gewähren und in Zukunft auch die Teilnahme Taiwans an allen Gesundheitsprogrammen zu erlauben.
Außerdem forderte der Ärztebund die vollständige Aufnahme Taiwans in die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR) von 2005. Hierbei handelt es sich um das Rechtsinstrument der WHO, welches Maßnahmen zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Ausbreitung von Infektionen abdeckt. Taiwan ist bereits seit 2009 offiziell Teil der IHR, erscheint aber nicht auf dem von der WHO eingerichteten Internetportal. Das Internetportal dient dem Zweck, rechtzeitigen Informationsaustausch und die Kommunikation zwischen Ländern im Falle eines Pandemieausbruchs sicherzustellen.
Die 75. Weltgesundheitsversammlung wird zwischen dem 22. und 28. Mai stattfinden. Zwischen den Jahren 2009 und 2016 war Taiwan unter Führung der Kuomintang-Regierung ein Beobachterstatus und begrenzter Zugang zu technischen Einweisungen und anderen Aktivitäten gewährt worden. Seit 2017 wird Taiwan unter dem Einfluss Chinas jegliche Teilnahme verwehrt.