Taipei 12. September 2022. In einem exklusiven Interview mit RTI sprach der Vorsitzende des Epidemie-Kommandozentrums, Victor Wang (王必勝), über vier Faktoren, die zu Taiwans Erfolg bei der Epidemieprävention beigetragen haben.
Bei dem ersten Faktor handelt es sich um die Erfahrung des SARS-Virus vor 19 Jahren. Aufgrund dieser Erfahrung hat die Regierung im Laufe der Jahre entsprechende Vorkehrungen getroffen, um auf einen potentiellen neuen Ausbruch einer Pandemie vorbereitet zu sein. Der zweite Faktor ist die Einrichtung des Epidemie-Kommandozentrums. Dieses besteht aus zehn Untergruppen, welche sich alle der Eindämmung von COVID-19 im Landesinneren widmen. Der dritte Faktor ist die Einführung von Technologien und Systemen zur Epidemieprävention, wie etwa Geofencing oder die Verteilung von Schutzmasken. Der vierte Faktor ist das gegenseitige Vertrauen zwischen der Regierung und dem Volk. Regulationen zur Epidemieprävention werden dem Volk verständlich erklärt und von diesem bereitwillig eingehalten.
Wang wies aber darauf hin, dass es noch Raum für Verbesserungen gäbe. So sei etwa eine Verbesserung der Abwehr gegen Falschinformationen und kognitive Kriegsführung notwendig. Nur so könne das Funktionieren der Epidemieprävention auch weiterhin gewährleistet werden.
Außerdem hat das Epidemie-Kommandozentrum heute 25.346 lokale und 237 importierte COVID-19-Neuinfektionen verzeichnet. Es wurden 28 Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19 gemeldet.
Alle außer vier der neuen Todesfälle litten an chronischen Krankheiten oder anderen schweren Erkrankungen. 14 von ihnen waren nicht geimpft, so das Epidemie-Kommandozentrum. Die höchste Zahl neuer Ansteckungen gab es in Neu-Taipei mit 5205 Fällen, gefolgt von 3006 Fällen in Taipei und 2946 in Taichung.
Insgesamt wurden in Taiwan seit Beginn der Pandemie 5.707.688 Infektionen mit COVID-19 bestätigt. Mit 28 neuen verzeichneten Todesfällen liegt die Zahl der durch COVID-19 verursachten Todesfälle in Taiwan nun bei 10.312 Personen.