Taipei – 6.10.2023 - Die Direktorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dr. Anna Kaminsky, befindet sich vom 1. bis 8. Oktober an der Spitze einer 22-köpfigen Delegation zu einem Besuch in Taiwan.
Gestern besuchte die Delegation das Kabinett und traf mit Minister ohne Geschäftsbereich Lo Ping-cheng (羅秉成) und dem Direktor des Büros für Menschenrechte und Aufarbeitung im Kabinett Semaylay・i・Kakubaw (賴俊兆) zusammen.
Minister Lo erklärte die Entwicklung und Herausforderungen bei der Vergangenheitsaufarbeitung in Taiwan. Er wies darauf hin, dass die Mitglieder der Delegation Experten im Bereich der Vergangenheitsaufarbeitung sind. Er hoffe, diese seltene Gelegenheit nutzen zu können, um mehr über Deutschlands Probleme im langjährigen Prozess der Aufarbeitung und Lösungswege zu erfahren, damit Taiwan seinen Weg der Aufarbeitung noch besser gehen könne. Er hoffe auch, dass beide Seiten in Zukunft noch mehr Gelegenheit zu weiterem Austausch haben und den beiderseitigen Kontakt weiter vertiefen werden.
Die Direktorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Dr. Anna Kaminsky, sagte, Deutschland sei bei der Aufarbeitung zunächst von akademischen Forschungen, besonders Geschichtsforschung ausgegangen, um eine Grundlage zu schaffen. Man habe dann entsprechende Archive geöffnet, sich um die Opfer gekümmert und Untersuchungen zu den Tätern vorgenommen. Nach Bestätigung der Verantwortung habe man Namen veröffentlicht. Man habe außerdem das Problem von unrechtmäßigem Parteivermögen behandelt. Taiwans Regierung habe zwar spät begonnen, sich jedoch dem Problem aktiv gestellt und in kurzer Zeit beeindruckende Ergebnisse erzielt. Dies verdiene Anerkennung.
Die Delegation hat unter anderem während ihres Besuchs in Taiwan unter anderem auch das Menschenrechtsmuseum besucht, das Chiang Kai-shek Memorial, den 228-Friedenspark in Kaohsiung und auch Kulturminister Shih Che (史哲) zu einem Gespräch getroffen.