Taipei – 12. Oktober 2023. Taiwans Unterstützung für die Aufrechterhaltung des Status quo in den Beziehungen über die Taiwanstraße hat ein Rekordhoch erreicht und die Unterstützung für die Unabhängigkeit lässt nach. Dies geht aus den heute veröffentlichten Ergebnissen einer Umfrage des Global Views Magazine hervor.
Global Views stellte fest, dass die Taiwaner nicht glauben, dass die Beziehung Taiwans zu den USA auf dem aufrichtigen Wunsch beruht, sie zu schützen. Die meisten jungen Menschen seien außerdem nicht bereit, in einem Krieg zwischen China und Taiwan zu kämpfen. Der Umfrage zufolge befürworten knapp 60 % der Taiwaner die Beibehaltung des Status quo. Ungefähr 32 % gaben an, dass sie diesen vorübergehend unterstützen und über 27 % gaben an, dass sie ihn auf Dauer unterstützen.
Die Umfrage zeigte auch, dass sich die meisten Taiwaner mehr Interaktion mit China wünschen, sogar noch mehr als im vergangenen Jahr. Allerdings gab eine Mehrheit der Menschen (64,6 %) an, dass sie nicht glaubt, dass in den kommenden fünf Jahren ein Krieg zwischen China und Taiwan ausbrechen wird. Mehr als die Hälfte sagte, dass wenn China in Taiwan einmarschieren würde, sie weder bereit wären, selbst in den Krieg zu ziehen, noch dass ihre Familien in den Krieg ziehen würden. Junge Menschen zeigten den größten Widerstand, sich aktiv am Krieg zu beteiligen. Die Gruppe, welche die größte Kampfbereitschaft zeigte, waren die 60- bis 69-Jährigen, obwohl ungefähr die gleiche Anzahl angab, nicht bereit zum Kampf zu sein.
Die Ansichten des taiwanischen Volkes zu solchen Themen haben sich in den vergangenen Jahren als Reaktion auf globale und lokale Ereignisse geändert, darunter die Wahl von Präsidentin Tsai Ing-wen und der Besuch der damaligen Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi in Taiwan im August 2022.