Taipei – 12. Oktober 2023. Konzepte aus Taiwans Neuer Südwärts-Politik hätten die Indopazifik-Strategie der Vereinigten Staaten stark beeinflusst. Dies sagte Ivan Kanapathy, der ehemalige Direktor des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses für China, Taiwan und die Mongolei, gestern beim Yushan-Forum. Die Neue Südwärts-Politik (NSP) umfasst Handel und Investitionen sowie personelle Beziehungen zu 18 Ländern, die keine offiziellen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan haben.
Kanapathy sagte, dass auch einige Ideen des ehemaligen japanischen Premierministers Shinzo Abe die US-Strategie beeinflusst haben. Er fügte hinzu, dass die Neue Südwärts-Politik während der Unterbrechungen der Lieferkette durch die COVID-19-Pandemie und den Konflikt in der Ukraine ihren wahren Wert bewies.
Kanapathy ging auch auf Bedenken hinsichtlich der jüngsten Investitionen des taiwanischen Chip-Herstellers TSMC in den Vereinigten Staaten ein. Es bestehen Bedenken, dass der Schritt dazu führen könnte, dass der Sicherheit Taiwans künftig weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird, wenn die Geschäftstätigkeit des Unternehmens in die USA verlagert wird. Kanapathy sieht diesbezüglich aber keinen Grund zur Sorge. Er sagte, wenn Außenhandel wie Dating sei, seien Auslandsinvestitionen wie eine Ehe. Die Investitionen von TSMC in Ländern wie den USA, Japan und Deutschland würden die wirtschaftliche Integration vertiefen, was dazu beitrage, Abschreckung gegenüber äußeren Kräften zu erlangen.