Taipei – 24. Oktober 2023. Gesundheitsminister Hsueh Jui-yuan (薛瑞元) sagte am Dienstag, das Gesundheitsministerium könne die Einführung der Sterbehilfe in Taiwan nicht fördern. Diese Erklärung folgt auf die jüngsten Äußerungen des Präsidentschaftskandidaten der Volkspartei Taiwans, Ko Wen-je (柯文哲), der Sterbehilfe befürwortet.
Auch die New Power Party (NPP) erklärte am Montag, dass die Legalisierung der Sterbehilfe in der taiwanischen Gesellschaft großen Rückhalt genieße, und forderte Hsueh auf, auf die öffentliche Meinung einzugehen. In einem Interview am Dienstag sagte Hsueh, das Problem mit der Euthanasie sei, dass sie gegen den Eid des Arztes und die medizinische Ethik verstoße, und der Weltärztebund sie nicht billige.
Hsueh unterstrich, dass das Gesundheitsministerium als die für die Überwachung des medizinischen Personals zuständige Behörde nicht geeignet sei, Sterbehilfe zu fördern. Er fügte hinzu, dass die Verabschiedung eines Euthanasiegesetzes durch die Zivilgesellschaft, Gesetzgeber oder politische Parteien einen demokratischen Prozess darstellen würde, den er natürlich akzeptieren würde. Hsueh sagte jedoch, dass er persönlich kein Arzt werden würde, der Euthanasie praktiziert.
Taiwan wird sich bis zum Jahr 2025 zu einer Gesellschaft der Hochbetagten entwickeln, wobei der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung 20 % erreichen wird. Neben der Frage der Langzeitpflege hat auch das Thema Euthanasie eine Debatte ausgelöst.