Taipei – 26. Oktober 2023. Das jüngste Exportverbot der USA für bestimmte fortschrittliche AI-Chips nach China dürfte keine großen Auswirkungen auf Taiwan haben. Dies sagte Wirtschaftsministerin Wang Mei-hua (王美花) heute in einem Interview vor ihrem Auftritt im Wirtschaftsausschuss des Parlaments.
Während Wang die Notwendigkeit einer Kontrolle der Exporte nach China anerkannte, wies sie darauf hin, dass Taiwan in erster Linie als Originalgerätehersteller (OEM) fungiert und seine Lieferungen an die Bedürfnisse der Kunden anpasst. Sie fügte außerdem hinzu, dass die Nachfrage nach AI-Chips und -Servern bereits das Angebot übersteigt, weshalb das Verbot nur begrenzte Auswirkungen auf Taiwans Wirtschaft haben sollte.
Am 18. Oktober führten die USA ein Verbot von Chip-Exporten nach China ein, zunächst mit einer Pufferfrist von 30 Tagen. Die starke Nachfrage nach AI-Chips auf dem chinesischen Markt und eine Verdoppelung der Preise veranlassten die USA jedoch dazu, auf die 30-Tage-Pufferfrist zu verzichten und das Verbot früher umzusetzen. Dies wird sich auf den Verkauf der AI-Chips A800 und H800 des Technologieriesen Nvidia sowie des neu eingeführten L40S-Prozessors auswirken, die speziell zur Einhaltung früherer Exportverbote für den chinesischen Markt angepasst wurden.