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Taiwanische Investitionen in Süd- und Südostasien übertreffen erstmals Investitionen in China

  • 30-11-2023
Taiwanische Investitionen in Süd- und Südostasien übertreffen erstmals Investitionen in China
Wirtschaftsministerin Wang Mei-hua gab am Dienstag ein exklusives Interview mit Nikkei Asia. (Foto: CNA)

Taipei – 30. November 2023. Die Investitionen taiwanischer Unternehmen in Süd- und Südostasien überstiegen im Jahr 2022 erstmals die Investitionen in China. Die Wirtschaftsministerin Wang Mei-hua (王美花) gab am Dienstag in einem exklusiven Interview mit der japanischen Tageszeitung Nikkei Asia bekannt, dass diese Veränderung ein wichtiger Meilenstein in der Neuausrichtungspolitik von Präsidentin Tsai Ing-wen (蔡英文) sei.

Die Investitionen taiwanischer Unternehmen in Ländern in Süd- und Südostasien beliefen sich im Jahr 2022 auf 5,2 Milliarden USD (rund 4,8 Milliarden Euro) und übertrafen damit die 5 Milliarden USD (4,6 Milliarden Euro), die im gleichen Jahr in China investiert wurden. Angesichts geopolitischer Turbulenzen beschleunigen Taiwans bedeutende Technologieunternehmen die Diversifizierung und den Kapazitätsaufbau sowohl in Taiwan als auch in Ländern wie Vietnam, Thailand und Indien.

Wang betont, dass dieser Trend in diesem Jahr noch offensichtlicher geworden sei, wobei die Investitionen in Süd- und Südostasien in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 4,3 Milliarden US-Dollar (rund 4 Milliarden Euro) erreichten, während die Investitionen in China nur 1,26 Milliarden US-Dollar (1,2 Milliarden Euro) betrugen.

Angesichts der bevorstehenden Präsidentschaftswahl in Taiwan setze Peking Druck auf die Wähler und versucht, Handelsbeschränkungen einzusetzen, um sie zur Auswahl seines bevorzugten Kandidaten zu zwingen. Wang erklärt, dass eine chinesische Untersuchung angeblicher Handelsverstöße Taiwans am Tag vor der Wahl am 13. Januar abgeschlossen werden soll. Dies sei offensichtlich ein politisch motiviertes Datum. Sie fügt hinzu, dass sie erwartet, dass der wirtschaftliche Druck seitens China weiter zunehmen wird.

Im August beschuldigte die chinesische Regierung Taiwan, das Wirtschaftsrahmenabkommen über die Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten der Taiwanstraße (ECFA) zu verletzen, und drohte damit, die im Rahmen des Abkommens gewährten Zollreduktionen für taiwanische Produkte auszusetzen. Wang erklärt, dass Taiwans Exporte nach China im Jahr 2022 185,7 Milliarden US-Dollar (rund 170,964 Milliarden Euro) erreichten, während ECFA-Produkte nur mit 20,6 Milliarden US-Dollar (rund 19 Milliarden Euro) bewertet wurden. Sie weist darauf hin, dass bei einer Beendigung des ECFA der Einfluss auf Taiwans Exporte nach China relativ gering sein wird, aber traditionelle Industrien wie die Landwirtschaft am stärksten betroffen sein werden.

Peking hat kürzlich auch eine Untersuchung gegen das taiwanische Unternehmen Foxconn eingeleitet, nachdem sein Gründer, Terry Gou, seine Kandidatur für das Präsidentenamt angekündigt hatte. Gou ist mittlerweile aus dem Rennen ausgeschieden.

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