Taipei – 13. Februar 2024. Der ehemalige australische Premierminister Tony Abbott erklärte, dass die USA eine "Willensschwäche" an den Tag gelegt hätten, indem sie ihre strategische Zweideutigkeit in Bezug auf die Verteidigung Taiwans beibehalten hätten. Er rief die USA und andere Verbündete dazu auf, ihre Unterstützung für Taipeh zu verstärken, um eine Aggression Pekings abzuwehren, das "rücksichtslos, unerbittlich und unermüdlich darauf aus ist, Taiwan zu vernichten und einzuschüchtern", sagte er.
Abbott traf diese Aussage in einer Rede vor dem Legatum Institute in London, die am gestrigen Montag in „The Australian“ veröffentlicht wurde.
In seiner Rede sagte Abbott, dass die Welt bereits in einen neuen Kalten Krieg eingetreten sei. Diese Ära des Konflikts wird wahrscheinlich auch heiß werden, wenn die Demokratien der Welt weiterhin zögern, sich der Bedrohung durch China und andere antidemokratische Kräfte wie die Islamisten im Nahen Osten und Putins Russland entgegenzustellen.
"Solange es in Peking ein kommunistisches Regime der harten Linie gibt, können wir sicher sein, dass es einen Versuch geben wird, Taiwan zu erobern", sagte Abbott.
Abbott forderte die verbündeten Demokratien der Welt auf, sich stärker für die Entkopplung kritischer Lieferketten einzusetzen und China nicht zu beschwichtigen.
In Anbetracht der gegenwärtigen Umstände und der Wahrscheinlichkeit eines Konflikts in Ostasien sagte Abbott, die USA müssten ihre Position und ihre Absichten deutlich machen, indem sie eine strategische Zweideutigkeit gegenüber Taiwan ablehnen. Dies wäre ein konkreter Schritt zur Wiedererlangung "moralischer Gesundheit und kriegerischer Stärke", um die schlimmsten Szenarien zu vermeiden, die sich schon bald am Horizont abzeichnen könnten.