Taipei, 14. Februar - Das US-amerikanische Cybersicherheitsunternehmen Trellix hat festgestellt, dass 24 Stunden vor den Präsidentschaftswahlen in Taiwan doppelt so viele Cyberangriffe auf Taiwan stattgefunden haben, die in Zusammenhang mit China stehen. Laut Voice of America (VOA) hat Trillex diese Ergebnisse gestern veröffentlicht. Noch ist unklar, welches Ziel die Cyberangriffe verfolgten und wie effektiv sie waren.
Vom 11. auf den 12. Januar stieg die Zahl „böswilliger Cyberaktivitäten” deutlich von 1.758 auf über 4.300 an. Die meisten Cyberangriffe konzentrierten sich auf interne Kommunikationsstrukturen, Polizeiberichte, Kontoauszüge und Versicherungsinformationen in Regierungsbüros, Polizeidienststellen und Finanzinstituten.
Anne An, Lead Threat Intelligence Forscherin bei Trellix, sagte gegenüber VOA, dass der Angriff ein ungewöhnliches Muster aufwies und die Bedrohungsaktivität am Wahltag selbst (13.01.) dann auf etwas mehr als 1.000 Angriffe zurückging. Eine mögliche Erklärung für den Anstieg der Angriffe könnten die Bemühungen chinesischer Cyber-Angreifer gewesen sein, die Wahlen in Taiwan zu beeinflussen. Sie sagt, die Angreifer hätten wahrscheinlich versucht, Aufzeichnungen und Mitteilungen zu finden, die die öffentliche Meinung hätten beeinflussen können.
Trellix prüft die Daten weiterhin, warnt jedoch davor, dass die Bedrohungen für Taiwan möglicherweise noch nicht vorüber sind und dass der Anstieg der Angriffe Teil einer langfristigen Strategie vonseiten Chinas sein könnte.