Taipei, 08.03.2024. Verteidigungsminister Chiu Kuo-cheng (邱國正) erklärte während einer Fragerunde im Parlament erneut, welche Handlung der Volksbefreiungsarmee eine militärische Antwort seitens Taiwans nach sich ziehen würde. Angesichts der Spannungen in der Taiwanstraße war die Definition eines Erstschlags seit seinem Amtsantritt schrittweise überarbeitet worden. Grund dafür, so Chiu, sei der vermehrte Einsatz von sogenannten Grauzonen-Taktiken auf chinesischer Seite. Durch sie könnte China auch ohne offenes Feuer neue Tatsachen in der Taiwanstraße schaffen.
Bisher hätte es einen “ersten Schlag” der Volksbefreiungsarmee benötigt, definiert als die Abgabe eines Raketen-, Kanonen-, oder Artillerieschusses, um ein Eingreifen taiwanischer Streitkräfte auszulösen. Nun brauche es nur noch einen “ersten Schritt”, definiert als die Überschreitung der Grenze durch chinesische Streitkräfte, erklärte Chiu. Laut früheren Äußerungen Chius bedeutet eine “Grenzüberschreitung” das Eindringen in Taiwans Luftraum oder territoriale Gewässer. Taiwan werde weiter seine Verteidigung stärken, ohne einen Konflikt zu provozieren.
Chiu betonte die Bedeutung von Kampfbereitschaft für die Wahrung des Friedens. Nur durch gute Vorbereitung und gründliche Analyse von Chinas Handlungen könnten fatale Missverständnisse vermieden werden.