Taipei, 20. März - Als Reaktion auf die Aufforderung der Oppositionspartei, Präsidentin Tsai Ing-wen (蔡英文) zu einem Besuch auf der Insel Taiping aufzufordern, hat Außenminister Joseph Wu (吳釗燮) heute bei einer Anhörung eine endgültige Antwort gegeben, die lautet, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt sei. Angesichts der aktuellen Spannungen im Südchinesischen Meer sei ein solcher Besuch zum jetzigen Zeitpunkt unangebracht. Wu unterstrich, dass Taiwan weiterhin auf eine friedliche Lösung der Meinungsverschiedenheiten in der Region setze und dass die aktuelle Lage eine sorgfältige Bewertung erfordere.
Die Taiping-Insel, auch bekannt als Itu Aba, ist die größte Insel des Spratly-Archipels. Vietnam, China und die Philippinen haben ebenfalls konkurrierende Ansprüche auf die Insel erhoben.
Die Frage des Besuchs der Insel Taiping entstand, nachdem die Küstenwache kürzlich eine Kaisanierung auf der Insel abgeschlossen hatte, was die Oppositionspartei dazu veranlasste, die Präsidentin zu einem Besuch vor dem Ende ihrer Amtszeit zu drängen und Taiwans Souveränität über das Territorium zu bekräftigen.
Die jüngsten Entwicklungen in der Region, insbesondere der wachsende Konflikt zwischen China und den Philippinen im Südchinesischen Meer sowie der Ausbau militärischer Einrichtungen vonseiten Chinas nahe der Taiping-Insel, haben zu erhöhten Spannungen geführt. In Anbetracht dieser Situation appellierte Wu an die Verantwortung aller Beteiligten, zur Deeskalation beizutragen und diplomatische Lösungen zu suchen, um die Stabilität und Ressourcenentwicklung in der Region zu gewährleisten.