Taipei - 4.4.2024 – Die Zahl der Todesopfer nach dem schweren Erdbeben in Osttaiwan hat sich auf 10 erhöht.
Ein bisher noch vermisster 65-Jähriger wurde tot auf dem Xiaozhuilu Wanderweg aufgefunden. Bis heute Abend 20:40 wurden 10 Todesopfer bestätigt. 1099 Menschen wurden verletzt, 15 Personen werden noch vermisst. Unter den Vermissten befinden sich auch vier ausländische Staatsangehörige, davon zwei Australier, ein Inder und ein Kanadier.
Gestern um 07:58 Uhr morgens ereignete sich an der Ostküste ein Erdbeben der Stärke 7,2. Das Beben erreichte in Osttaiwan Intensitäten bis 6. In Nordtaiwan war das Beben mit Intensitäten bis zu 5 zu spüren, darunter auch im Großraum Taipei. Nach Statistiken der Wetterbehörde ereigneten sich bis heute Nachmittag bereits 365 Nachbeben, darunter 16 der Stärke zwischen 5 und 6, 140 der Stärke zwischen 4 und 5 und 207 der Stärke zwischen 3 und 4.
Die Beben verursachte schwere Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Durch Erdrutsche und Steinschläge wurden Straßen blockiert. 705 Personen sind noch eingeschlossen, davon befinden sich 688 im Silks Place Taroko Hotel und dem Tianxiang Youth Activity Center in der Taroko-Schlucht.
Innenminister Lin Yu-chang (林右昌) sagte heute Vormittag bei der Arbeitskonferenz des Katastrophenschutzzentrums, es seien bereits mehr als 24 Stunden nach dem Erdbeben vergangen. Die Suche nach Vermissten und Bergung von Eingeschlossenen müsse unbedingt mit den größten Anstrengungen fortgeführt werden: "Die Menschen, die seit dem Erdbeben gestern um 08:00 Uhr eingeschlossen sind, haben vielleicht nicht genügend Nahrungsmittel, jede Sekunde zählt, dessen müssen wir uns alle bewusst sein."
Gemäß der Wetterbehörde ist mit weiteren Nachbeben zu rechnen. In bergigen Gegenden kann es außerdem Regenschauer geben. Der Innenminister rief alle dazu auf, sich in den nächsten Tagen nicht in bergige Gebiete zu begeben.
Da die Highway 8 noch an mehreren Abschnitten blockiert ist, wies der Innenminister darauf hin, dass im Bedarfsfall Menschen in den betroffenen Gebieten von der Luft aus versorgt werden müssten.