Taipei, 25. April - Die 77. Weltgesundheitsversammlung (WHA) steht bevor und wird am 27. Mai in Genf eröffnet. Doch bereits im Vorfeld gibt es politische Spannungen, denn China versucht, Taiwans Teilnahme mit Verweis auf die UN-Resolution 2758 zu blockieren. Diese Resolution bestätigt die Volksrepublik China als alleinigen Vertreter Chinas bei den Vereinten Nationen und lässt die Frage der taiwanischen Vertretung offen.
Die Taiwan Medical Alliance Foundation und ihre Geschäftsführerin Lin Shi-Jia (林世嘉) setzen sich für Taiwan ein und Lin betonte heute die Notwendigkeit, auf allen internationalen Ebenen gegen die Fehlinterpretation der Resolution 2758 vorzugehen und Unterstützung von Ländern mit ähnlichen Werten zu mobilisieren. China nutzt diese Resolution, um Taiwans Bemühungen, international mitzuwirken, zu untergraben.
Taiwan hofft darauf, dass seine Verbündeten erneut einen Antrag stellen werden, um das Land als Beobachter an der WHA teilnehmen zu lassen. Lin sieht es als dringend an, dass Taiwan in diesem Jahr Teil des "Pandemic Treaty" wird und mittel- bis langfristig eine regelmäßige Einladung zur WHA sowie eine offizielle Mitgliedschaft in der WHO erreicht.
Die internationale Gemeinschaft hat Taiwan während der COVID-19-Pandemie vielfach unterstützt. Nun setzt das Land darauf, diese Solidarität in konkrete politische Erfolge umzumünzen und seine Rolle im globalen Gesundheitssystem zu stärken.