Taipei, 22. Mai - Angesichts der Äußerungen von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin über die Absicht des Vatikans, ein ständiges Büro in China zu eröffnen, betonte das taiwanische Außenministerium heute die tiefen diplomatischen Beziehungen zwischen Taiwan und dem Vatikan. Das Ministerium zeigte Verständnis für das Anliegen des Vatikans, die Religionsfreiheit und Rechte der Katholiken in China zu fördern, und rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, gemeinsam gegen Chinas Verletzungen der Religionsfreiheit und grundlegender Menschenrechte vorzugehen.
Das Außenministerium wies darauf hin, dass es über die „Erste Konferenz zum hundertjährigen Jubiläum der chinesischen Bischofskonferenz“ informiert sei, die am 20. und 21. Mai von der Päpstlichen Universität Urbaniana und der Katholischen Universität vom Heiligen Herzen in Mailand veranstaltet wurde. An dieser Konferenz nahmen mehrere Vertreter der katholischen Kirche aus China teil, darunter Bischof Shen Bin aus Shanghai. Die Veranstaltung diente der Erinnerung an die erste chinesische Bischofskonferenz im Jahr 1924 in Shanghai.
Das Ministerium hob hervor, dass Papst Franziskus kürzlich Erzbischof Charles John Brown als Sondergesandten entsandt habe, um an den Feierlichkeiten zur Amtseinführung des 16. Präsidenten und Vizepräsidenten Taiwans vom 19. bis 21. Mai teilzunehmen. Zudem besuchte eine taiwanische Delegation unter Leitung der Vize-Umweltministerin Shen Wen-chen (施文真) vom 15. bis 17. Mai eine internationale Konferenz im Vatikan zum Thema Klimawandel, bei der sie auch Papst Franziskus trafen. Diese Ereignisse unterstreichen die engen Beziehungen zwischen Taiwan und dem Vatikan sowie das gemeinsame Engagement für humanitäre Anliegen und den Schutz der Religionsfreiheit.