Taipei, 30. Mai - Die Verhandlungen zum "Pandemieabkommen" der Weltgesundheitsorganisation (WHO) konnten aufgrund von vier zentralen Streitpunkten bislang keine Einigung erzielen. Dies führte dazu, dass die Diskussionen verlängert werden könnten, was Taiwan weiterhin Chancen auf eine Beteiligung an den Vertragsverhandlungen eröffnet. Die Weltgesundheitsversammlung (WHA) hat am 28. Mai in Genf den Fortschritt der Verhandlungen überprüft, ohne jedoch eine Einigung zu erzielen.
Taiwans Gesundheitsminister Chiu Tai-yuan (邱泰源), der die taiwanische Delegation bei den begleitenden Sitzungen in Genf leitet, erklärte gestern gegenüber einem Reporter von Radio Taiwan International, dass die Regierung jede Gelegenheit nutzen werde, um die Unterstützung befreundeter und gleichgesinnter Länder zu gewinnen. Taiwan werde die Verhandlungsinhalte genau verfolgen und über diplomatische Kanäle eigene Vorschläge einbringen, um eine substanzielle Beteiligung zu gewährleisten. Chiu betonte, dass Taiwan trotz der aktuellen Herausforderungen auf eine Beteiligung an den Verhandlungen hofft, um seine wertvollen Erfahrungen im Umgang mit Pandemien zu teilen.
Lin Shih-chia (林世嘉), Geschäftsführerin der Taiwanischen Ärzteallianz-Stiftung, betonte, dass das Abkommen weiterhin verhandelt und finalisiert werden sollte, um die globale Gesundheit zu fördern und humanitäre Ziele zu erreichen. Sie hob hervor, dass die aktuellen Uneinigkeiten in der Informations- und Nutzenverteilung, dem Verzicht auf geistiges Eigentum und Technologietransfer, dem Prinzip der integrierten Gesundheit und der Finanzierung bestehen. Taiwan könnte dabei eine Schlüsselrolle in der Herstellung, Forschung und Verteilung in der Asien-Pazifik-Region spielen. Die laufenden Diskussionen über die Teilnahmekriterien bieten Taiwan noch Verhandlungsspielraum, um als Vertragspartei aufgenommen zu werden.