Taipei, 05. Juni - China hat angekündigt, ab dem 15. Juni die Zollvergünstigungen für 134 Produkte im Rahmen des ECFA-Handelsabkommens (ECFA Economic Cooperation Framework Agreement) zwischen China und Taiwan zu beenden. Wirtschaftsminister Guo Zhihui (郭智輝) erklärte heute, dass diese Maßnahme etwa 2% der Gesamtexporte betreffen wird und daher begrenzte Auswirkungen haben dürfte. Das Wirtschaftsministerium plant, betroffene Unternehmen durch Steuerzuschüsse zu unterstützen und ihnen bei der Umstellung und Diversifizierung ihrer Märkte zu helfen.
Die Entscheidung Chinas erfolgte als Reaktion auf die Amtantrittsrede von Präsident Lai Ching-te (賴清德) am 20. Mai, in der er betonte, dass Taiwan und China gleichrangig seien. Die betroffenen Produkte umfassen unter anderem Erzeugnisse wie Kunststoffe, Textilien, Maschinen, Stahlmetalle und elektrische Kabel. Guo betonte, dass das Ministerium bereits Vorbereitungen getroffen habe und dass viele dieser Produkte aus traditionellen Industrien stammen. Er hob hervor, dass es wichtiger sei, die Wettbewerbsfähigkeit dieser Industrien durch technologische Aufrüstung und Marktdiversifizierung zu erhöhen.
Guo wies darauf hin, dass der chinesische Markt aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage weniger Nachfrage nach bestimmten Produkten wie Werkzeugmaschinen zeigt und dass China oft schnell lokale Konkurrenzprodukte entwickelt. Daher sei es entscheidend, taiwanische Unternehmen bei der Einführung von Künstlicher Intelligenz zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen und neue Märkte in Südostasien und Indien zu erschließen.