Taipei, 06. Juni - Die jüngste Äußerung des indischen Premierministers Narendra Modi, die auf eine engere Zusammenarbeit mit Taiwan abzielt, hat in Peking für Unmut gesorgt. Das chinesische Außenministerium erklärte heute, dass Indien eine ernsthafte politische Verpflichtung gegenüber dem "Ein-China"-Prinzip habe und daher Taiwans "politischen Machenschaften" widerstehen solle. China habe bereits diplomatische Schritte unternommen, um Indien seine Besorgnis mitzuteilen.
Modi, der nach den jüngsten Parlamentswahlen in Indien wiedergewählt wurde, hatte auf sozialen Medien eine Nachricht von Taiwans Präsident Lai Ching-te (賴清德) weiterverbreitet, in der dieser ihm gratulierte und seine Hoffnung auf engere Beziehungen zwischen Indien und Taiwan ausdrückte.
Laut chinesischen Medien betonte die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Mao Ning (毛寧), dass China entschieden gegen jegliche offizielle Kontakte von Ländern, die diplomatische Beziehungen mit China unterhalten, mit Taiwan sei. Mao erinnerte daran, dass Taiwan ein untrennbarer Teil Chinas sei und das "Ein-China"-Prinzip ein allgemein anerkanntes Grundprinzip der internationalen Beziehungen darstelle. China habe daher Indien dazu aufgefordert, sich an dieses Prinzip zu halten und Taiwans politische Bestrebungen nicht zu unterstützen.