Taipei, 12. Juni - Nachdem ein chinesischer Mann kürzlich mit einem Schnellboot von China nach Taiwan in den Tamsui-Fluss fuhr und Fragen zur nationalen Sicherheit aufwarf, betonte heute der Leiter der Nationalen Sicherheitsbehörde, Tsai Ming-yen (蔡明彥), die Notwendigkeit einer umfassenden Informationsbeschaffung und der Stärkung der Grenzsicherungsmechanismen. Er erklärte bei einer Anhörung vor dem Außen- und Verteidigungsausschuss des Parlaments, dass es viele Unklarheiten in diesem Fall gebe und dass alle Möglichkeiten in Betracht gezogen werden müssten, einschließlich einer möglichen Beteiligung der Kommunistischen Partei Chinas.
Der Mann, der früher Kommandant eines chinesischen Marineboots war, war am 9. Juni mit einem Schnellboot in den Tamsui-Fluss gefahren und behauptet, überlaufen zu wollen. Das Taiwanbüro Chinas äußerte, dass es sich um eine rein persönliche Handlung des Mannes handele und keine politische Aufregung seitens der Regierung erforderlich sei. Der Mann werde nach seiner Rückkehr nach China gemäß den entsprechenden Vorschriften bestraft.
Seit Anfang des Jahres sind verschiedene Aktivitäten beobachtet worden, beispielsweise die Öffnung der M503-Flugroute, Patrouillen chinesischer Küstenwachen im Bereich der Taiwanstraße, Aktivitäten chinesischer Schiffe in Gewässern um Taiwan und den vorgelagerten taiwanischen Inseln sowie Drohneneinsätze. Diese könnten Teil der Grauzonenoperationen Chinas gegen Taiwan sein, die in diesem Jahr im Fokus stehen. Angesichts der zunehmenden Operationen im Zusammenhang mit China sei es wichtig, die nationale Sicherheit zu gewährleisten.