Taipei – 17.6.2024 – Verteidigungsminister Wellington Koo (顧立雄) hat heute betont, dass Taiwan nie nach Krieg gestrebt hat. Er wies damit Kritik der Ma Ying-jeou-Stiftung an Aussagen von Präsident Lai Ching-te (賴清德) zurück.
Lai hatte gestern bei einer Hundertjahrfeier der Whampoa Militärakademie in Kaohsiung gesagt, man müsse zwischen Freund und Feind unterscheiden können und sollte nie eine kapitulationistische Haltung von "die erste Schlacht ist die letzte Schlacht“ einnehmen.“
Verteidigungsminister Wellington Koo sagte heute im Parlament, Präsident Lai Ching-te wollte damit zum Ausdruck bringen, dass man die Selbstverteidigungsfähigkeiten stärken solle, die Entschlossenheit, sich gegen den Feind zu wehren und nicht zu kapitulieren. Er habe damit gemeint, dass die Haltung von Kapitulationismus der Haltung, "die erste Schlacht sei die letzte Schlacht" gleichkomme und man dies nicht akzeptieren könne.
Verteidigungsminister Koo sagte weiter, die Idee, die erste Schlacht sei die letzte Schlacht, sei wohl ein subjektives Wunschdenken Chinas.
Koo betonte, Taiwan habe nie nach Krieg gestrebt. Es sei China, das die Stabilität in der Region störe. Taiwans Strategie basiere auf den Prinzipien asymmetrische Verteidigung, Vielschichtigkeit der Abschreckung und Stärkung der Selbstverteidigungsfähigkeiten und Entschlossenheit.
Gemäß einer Einschätzung des chinesischen Militärs durch das taiwanische Forschungsinstitut für Landesverteidigung und Sicherheit aus dem Jahr 2018 spiegle der Gedanke des "die erste Schlacht sei die letzte Schlacht" die Strategie Chinas wider, bei einer Invasion Taiwans einen Sieg zu erringen, bevor die USA eingreifen könnten.