Taipei – 02. Juli 2024. Taiwans verarbeitendes Gewerbe ist im Juni weiter gewachsen, allerdings langsamer als im Mai. Wie das Chung-Hua Institut für Wirtschaftsforschung (CIER) am Montag erklärte, sei dies auf das Wiederaufleben geopolitischer Risiken und Herausforderungen im Bereich der Schifffahrt zurückzuführen.
Der Einkaufsmanagerindex (PMI) verzeichnete im Juni einen Wert von 53,7 Prozent und damit den zweiten Monat in Folge ein Wachstum, so die Daten des Chung-Hua Instituts für Wirtschaftsforschung, einer der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute Taiwans.
Der Wert, ein Schlüsselindikator für die wirtschaftliche Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes, sank jedoch um 1,7 Prozentpunkte im Vergleich zum Mai, der das Ende einer Schrumpfungsphase markierte, die im Mai 2022 begonnen hatte.
PMI-Werte über 50 bedeuten Expansion, während Werte unter 50 Schrumpfung bedeuten.
Aufgeschlüsselt nach Wirtschaftszweigen stiegen dem CIER-Bericht zufolge die Teilindizes für die Branchen Chemie/Biotechnologie, Elektronik/Optoelektronik, Lebensmittel/Textil, Grundstoffe und elektrische Ausrüstungen/Maschinen weiter an.
Der einzige Teilindex, der weiterhin schrumpfte, war der Transportausrüstungssektor, was zum Teil auf das harte Vorgehen der Vereinigten Staaten gegen Chinas Exporte von Elektrofahrzeugen zurückzuführen sei. Das wirke sich auf die Beschaffungs- und Lagerhaltungspolitik in der Lieferkette aus, so das CIER weiter.
Der Index der Zukunftsaussichten stieg ebenfalls weiter an, aber das Wachstum ging um 0,9 Prozentpunkte zurück. Im Mai hatte der Wachstumsindex mit 60,1 Prozent den höchsten Stand seit April 2022 erreicht.
Der Wirtschaftsaufschwung bleibe trotz einiger Rückschläge auf Kurs, sagte der amtierende Präsident des Wirtschaftsforschungsinstituts Wang Jiann-chyuan (王健全).
Das verarbeitende Gewerbe bewege sich in eine positive Richtung, insbesondere mit einem Anstieg der Aufträge für Halbleiter-, Automatisierungs- und KI-Anwendungen, sagte Wang.
"KI ist eine Chance, die uns der Himmel gegeben hat", sagte er und merkte an, dass ohne den Handelskrieg zwischen den USA und China das chinesische Festland davon profitieren könnte.
Allerdings gebe es nach wie vor einige ungünstige Bedingungen, die das Wachstum bremsten, so Wang. Er nannte geopolitische Unsicherheiten, hohe Transportkosten und einen Mangel an Containern.