Taipei, 03. Juli - Das taiwanische Kulturministerium untersucht Berichte, denen zufolge Mitarbeiter chinesischer Staatsmedien taiwanische Polit-Talkshows infiltriert haben, um deren Inhalte zu überwachen. Diese Enthüllung, die zunächst von Printmedien verbreitet wurde, hat in der Öffentlichkeit Besorgnis hervorgerufen. Kulturminister Li Yuan (李遠) erklärte heute vor dem parlamentarischen Bildungsausschuss, dass derzeit eine Untersuchung läuft. Stellvertretende Kulturministerin Sue Wang (王时思) ergänzte, dass die Ergebnisse der Untersuchung innerhalb einer Woche der Öffentlichkeit mitgeteilt werden.
Wang erklärte außerdem, dass das Ministerium eine Verwaltungsuntersuchung nach festgelegten Verfahren durchführt. Die Untersuchung konzentriert sich auf zwei Medienanstalten: die United Daily News und die Nachrichtenagentur Xinhua. Da sich zwei Reporter von Xinhua noch in Taiwan befinden, wurden sie ebenfalls vom Ministerium zu Gesprächen eingeladen. Die Untersuchung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Festlandkommission und soll bis Ende der Woche abgeschlossen sein.
Kulturminister Li Yuan betonte, dass dieser Vorfall nationale Sicherheitsbedenken aufwirft. Das Kulturministerium ist zwar für die Ausstellung von Presseausweisen zuständig und kann diese bei Verstößen gegen die Vorschriften widerrufen, verfügt jedoch nicht über gerichtliche Befugnisse. Die Rolle des Ministeriums beschränkt sich auf die Durchführung von Interviews zur Informationsbeschaffung im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen.