Auch in Taiwan steigt der Bedarf an Strom aus erneuerbaren Energien. Auf dem Gipfel zur Beschaffung von Erneuerbaren am 4. Juli sagte der stellvertretende Wirtschaftsminister Lien Ching-chang (連錦漳) dass das Wirtschaftsministerium auf jeden Fall ausreichend erneuerbaren Strom zur Verfügung stellen würde. Er bat die Industrie um Verständnis, dass mit einem steigenden Anteil an erneuerbaren Energien am Strommix der Preis vom Markt bestimmt werden müsse.
Das Erreichen der Klimaziele der Regierung würde dadurch erschwert, dass es lokalen Widerstand gegen erneuerbare Energien gäbe. Man könne nicht sagen, dass man selber keine Kraftwerke bei sich haben wolle, der Strom dann aber aus anderen Orten kommen solle, so Lian Jin-zhang. Das Wirtschaftsministerium betonte zudem, dass neben der Energiewende auch die KI-Wende im Gange sei. Um beide zu meistern, müsse man beide Transformationen zusammendenken und die Digitalisierung vorantreiben.
Die stellvertretende Umweltministerin Shih Wen-chen (施文真) sagte, das Firmen, die den Anteil von Erneuerbaren an ihrem Stromverbrauch erhöhen können, von vorteilhaften CO2-Zertifikatspreisen profitieren könnten. Shih betonte die Bedeutung von erneuerbaren Energien im Kampf gegen den Klimawandel und zur Erreichung von Klimaneutralität 2050. Energiespeicherung, Stärkung der Resilienz des Stromnetzes sowie die Erhebung eines CO2-Preises seien wichtige Arbeitsfelder in der taiwanischen Energiewende.