Taipei, 05. Juli - Das taiwanische Fischerboot “Fuyang 266” (福洋266號) aus der Stadt Keelung wurde heute in den frühen Morgenstunden von der japanischen Küstenwache geentert und inspiziert. Ihm wird vorgeworfen, sich in japanischen Gewässern aufgehalten zu haben. Bei der Besatzung handelt es sich um zwei taiwanische Staatsbürger sowie sechs indonesische Staatsbürger.
Laut der taiwanischen Fischereibehörde ereignete sich der Vorfall auf N28°55’ E126°2’, 288 Seemeilen nordöstlich von der taiwanischen Insel Pengjia und damit 1.5 Seemeilen außerhalb des taiwanischen Fischereischutzgebietes. Die taiwanische Küstenwache berichtete, dass das Schiff verdächtigt werde, in der Nähe der japanischen Insel Amami-Oshima gefischt zu haben und damit gegen die örtlichen Fischereivorschriften verstoßen zu haben.
Das taiwanische Außenministerium teilte mit, dass die Regierung gemäß den "Regierungsstandards zum Schutz der Fischerei" ihre Flotte entsendet, wenn taiwanische Fischer bei ihrer Tätigkeit innerhalb des Fischereischutzgebiets von einem ausländischen öffentlichen Dienstschiff behindert werden. Werden taiwanische Fischer außerhalb des Fischereischutzgebietes von einem ausländischen öffentlichen Dienstschiff aufgegriffen, leistet die Regierung die erforderliche diplomatische Unterstützung.
Am Nachmittag wurde bekannt, dass die Besatzung und das Schiff japanische Gewässer wieder verlassen können, solange der Eigentümer des Schiffes mit Nachnamen Tsai (蔡) eine Geldstrafe von 6 006 000 Yen (ca. 34 500 Euro) zahlt. Tsai sei nun im Prozess, das dafür erforderliche Bankkonto zu eröffnen.
Der Vorfall reiht sich ein in mehrere ähnliche Vorfälle diese Woche. Nachdem am 3. Juli ein taiwanisches Fischerboot von der chinesischen Küstenwache beschlagnahmt wurde, meldete die taiwanische Küstenwache am gestrigen 4. Juli, dass die chinesische Küstenwache ein weiteres taiwanisches Fischerboot belästigt habe.