Taipei – 12. Juli 2024. Künstliche Intelligenz entwickelt sich derzeit rasant, allerdings werfen mögliche Menschenrechtsverletzungen durch generative KI auch viele Fragen auf. Die Nationale Menschenrechtskommission hat daher heute eine Diskussionsveranstaltung dazu veranstaltet. Dafür wurden sowohl inländische als auch ausländische Experten für einen Austausch über Sichtweisen und Erfahrungen eingeladen. Gesetzgeber, Industrie sowie alle Bereiche der Gesellschaft sollen dadurch Hinweise zur Wahrung der Menschenrechte im Bezug auf KI erhalten.
Die Vorsitzende der Menschenrechtskommission Chen Chu (陳菊) sagte, als freiheitlich demokratisches Land müsse sich Taiwan mutig der Herausforderung durch generative KI stellen, daran führe kein Weg vorbei.
Das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte hatte jüngst eine Taxonomie der Menschenrechtsrisiken durch generative KI veröffentlicht. Anhand der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wurde verdeutlicht, dass die Entwicklung und Nutzung generativer KI dazu führen könnte, dass das Recht auf Nichtdiskriminierung, Privatsphäre, freie Meinungsäußerung, freien Zugang zu Informationen und das Recht auf Arbeit zur Sicherung des Lebensunterhalts verletzt werden könnte.
Chen Ju zitierte die bei der Diskussionsveranstaltung anwesende australischen Menschenrechtskommissarin Lorraine Finlay: “Demokratien sind darauf angewiesen, dass die Bürger und Bürgerinnen Zugang zu wahrheitsgetreuen Informationen haben, damit sie die richtigen Entscheidungen treffen können." Chen Ju selber glaube, dass die Entwicklung der KI im Einklang mit der Menschenwürde und unter Achtung der Menschenrechte möglich sei.