Taipei – 19. Juli 2024. Zum ersten Mal seit Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen der Republik China (Taiwan) und Japan 1972 haben die taiwanische und die japanische Küstenwache wieder eine gemeinsame Übung durchgeführt.
Am 18. Juli führten sie in den japanischen Gewässern südlich der Halbinsel Boso in der japanischen Präfektur Chiba eine Such- und Rettungsübung durch. Die Zusammenarbeit ist eine Reaktion auf die zunehmenden Aktivitäten der Volksrepublik China im Ostchinesischen und Südchinesischen Meer. Sie soll die Küstenwachen auch auf unvorhersehbare Situationen vorbereiten. Dies ist ein Schritt hin zu regelmäßigem Training, da das Gefühl einer möglichen Krise in Taiwan immer stärker wird. Ein Sprecher der japanischen Regierung sagte auf einer Pressekonferenz heute morgen, die Übung würde sich nicht gegen China oder ein anderes Drittland richten.
Zwar pflegen Taiwan und Japan keine diplomatischen Beziehungen, allerdings wurde 2017 eine Absichtserklärung unterzeichnet, die gegenseitige Zusammenarbeit bei Such- und Rettungsmaßnahmen im Fall einer Seekatastrophe vorsieht.
Die chinesische Küstenwache dringt routinemäßig in die Gewässer um die Diaoyutai-Inseln (in Japan als Senkaku-Inseln bekannt) ein. Ende Mai dieses Jahres nahm sie zum ersten Mal an der gemeinsamen Militärübung von chinesischem Heer, Marine und Luftwaffe um Taiwan teil und begann mit „Strafverfolgungspatrouillen“ in den umliegenden Gewässern.