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Verschwundener Deutscher Ralf Klausnitzer: Polizei Hualien äußert sich zu Vorwürfen

  • 15-08-2024
Verschwundener Deutscher Ralf Klausnitzer: Polizei Hualien äußert sich zu Vorwürfen
Überwachungsbilder zeigen Ralf Klausnitzer am 26. März bei der Fahrt in die Tarokko-Schlucht. (Foto: Polizei Xincheng)

Taipei – 15. August 2024. Am gestrigen Mittwoch nahm die Polizei Hualien Stellung zu den Vorwürfen der Eltern des seit Ende März verschwundenen Deutschen Ralf Klausnitzer. Am 12. August hatte die Berliner Zeitung einen Artikel seiner Eltern veröffentlicht, in dem diese die Geschehnisse aus ihrer Sicht schilderten. Dabei richteten sie Vorwürfe unter an die Arbeit deutscher und taiwanischer Behörden sowie an die Universität ihres Sohnes. Der deutsche Literaturwissenschaftler war dieses Jahr für einen Vortrag nach Taiwan gereist. Danach war er weiter nach Hualien an die Ostküste gereist. Als er seinen Rückflug nicht wie geplant antrat, meldete die Universität Tamkang ihn am 2. April als vermisst.

In Reaktion auf den Vorwurf, man habe zu spät mit der Suche begonnen, stellte die Polizei in Hualien am 14. August klar, dass man am Tag der Vermisstenanzeige mit der Suche begonnen habe. Der Polizeisprecher Chen Yi-wen (陳奕彣) berichtete, man sei zunächst in Klausnitzers Hotel gegangen und habe auf Grundlage seines zurückgelassenen Laptops und anderen Informationen darauf geschlossen, dass er in die Tarokko-Schlucht gereist sei. 

Eine Überprüfung der Überwachungskameras in Bussen ergab, dass er am 26. März um 7:50 morgens in einen Bus der Linie 310 zur Tarokko-Schlucht gestiegen war, und um 9:40 an der Tianxiang-Haltestelle ausstieg. Am Tag darauf wollte man ihn in der Tarokko-Schlucht suchen, allerdings musste die Suchaktion aufgrund des schweren Erdbebens der Stärke 7,4 am Folgetag abgesagt werden.

Nachdem die Bergautobahn wieder befahrbar war und die Stromversorgung wieder hergestellt war, wurden Überwachungsvideos gesichtet. Diese zeigten Klausnitzer, wie er am 26. März um 9:27 den Xiangde-Tempel betrat und ihn um 9:47 wieder verließ. Danach gibt es keine Aufnahmen mehr von ihm, er nahm auch keinen Bus zurück in die Stadt.  Anhand von Mobilfunkdaten konnte die Polizei sicherstellen, dass Klausnitzer sich nur in der Umgebung um Tianxiang bewegte.

Im April und Mai habe man Befragungen unter den Bewohnern von Tianxiang durchgeführt, Suchen durchgeführt und mögliche Routen und Standorte analysiert. Insgesamt seien 7 Suchaktionen von jeweils 5 bis 6 Stunden durchgeführt worden. Die Polizei in der zuständigen Ortschaft Xincheng veröffentlichte im Mai Bilder von Klausnitzer und rief die Bevölkerung auf, sich mit Hinweisen an sie zu wenden. Allerdings seien bis heute keine Hinweise eingegangen, so Chen Yi-wen. 

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