Taipei, 05. September - Das taiwanische Außenministerium möchte mit einem Post in den Sozialen Medien erneut auf die anhaltende Fehlinterpretation und den Missbrauch der UN-Resolution 2758 aufmerksam machen. Anlässlich der bevorstehenden Eröffnung der UN-Generalversammlung in New York fordert Taiwan sein Recht ein, nicht mehr aufgrund der einseitigen Lesart der Resolution ausgeschlossen zu werden. Diese Resolution, die 1971 verabschiedet wurde, erkannte die Volksrepublik China als den einzigen rechtmäßigen Vertreter Chinas in den Vereinten Nationen an. Dabei wird jedoch oft von China behauptet, dass sie auch die Zugehörigkeit Taiwans zu China bestätigt – eine Interpretation, die Taiwan als irreführend und gefährlich bezeichnet.
Laut Sun Jian-yuan (孫儉元), Direktor der Abteilung für internationale Organisationen im taiwanischen Außenministerium, stelle die Resolution 2758 keine Verbindung zu Taiwan her und könne daher nicht als Grundlage für Chinas Ansprüche auf Taiwan dienen. Er erklärte, dass diese falsche Auslegung nicht nur den Status quo in der Taiwanstraße bedrohe, sondern auch die regionale Stabilität im Indopazifik gefährde. Taiwans Regierung sehe darin einen Versuch Chinas, Taiwans nationale Souveränität zu untergraben und einen rechtlichen Vorwand für mögliche militärische Aktionen gegen Taiwan zu schaffen.
In dem Social-Media-Post hat das taiwanische Außenministerium in diesem Jahr spezifische Forderungen an die Vereinten Nationen formuliert. Es fordert die UN auf, die Fehlinterpretation der Resolution zu korrigieren und einen Weg für Taiwans sinnvolle Teilnahme am UN-System zu schaffen. Dies würde es Taiwan ermöglichen, zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) beizutragen, was dem diesjährigen UN-Thema "Niemanden zurücklassen: Gemeinsam für Frieden, nachhaltige Entwicklung und Menschenwürde handeln" entsprechen würde.
Raymond F. Greene, der neue Direktor des American Institute in Taiwan, bekräftigte kürzlich die Haltung der USA, indem er erklärte, dass die Resolution nicht als Hindernis für Taiwans Teilnahme an internationalen Organisationen interpretiert werden sollte. Er betonte, dass die USA die falsche Anwendung der Resolution ablehnen, die dazu führen könnte, dass andere Länder daran gehindert werden, mit Taiwan in Kontakt zu treten. Auch Mark Baxter Lambert vom US-Außenministerium unterstrich in einem Vortrag, dass die Resolution 2758 weder den Status Taiwans als Teil Chinas bestätige noch die souveränen Entscheidungen anderer Länder in Bezug auf Beziehungen zu Taiwan beeinflusse.